Die Darmstädter Madonna (auch Madonna des Bürgermeisters Meyer) ist ein Gemälde von Hans Holbein dem Jüngeren (1497–1543). Das Bild entstand 1526 in Basel. Es zeigt den Basler Bürgermeister Jakob Meyer zum Hasen mit seiner bereits verstorbenen und seiner damaligen Frau, sowie seiner Tochter, die um die in der Mitte thronende Maria mit dem Jesuskind gruppiert sind. Die Bedeutung der weiteren männlichen Personen auf der linken Seite ist, wie auch die gesamte Ikonographie des Bildes, noch nicht endgültig geklärt. Das Bild gilt als Glaubens-bekenntnis des katholischen Bürgermeisters, der sich damit gegen die Reformation wandte. Das Gemälde vereint Einflüsse der italienischen religiösen Renaissancemalerei mit Elementen der altniederländischen Portraitmalerei. Ehemals im Schlossmuseum Darmstadt, wovon sich seine populäre Benennung ableitet, befindet sich das Bild seit 2004 als befristete Leihgabe im Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt am Main. 2011 verkaufte die Hessische Hausstiftung das Werk an den Unternehmer und Kunstsammler Reinhold Würth. Das Gemälde ist als Kulturgut im Hessischen Verzeichnis national wertvoller Kulturgüter registriert und darf nicht ausgeführt werden. Abgesehen von der Evakuierung während des Zweiten Weltkriegs befand sich das Gemälde seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in Darmstadt. Ab 1965 wurde es dort im Schlossmuseum Darmstadts gezeigt. Aus dem Besitz der Erben der hessischen Großherzöge ging es 1997 in das Eigentum der Hessischen Hausstiftung über. Im Jahr 2003 kam das Gerücht auf, die Stiftung wolle das kostbare Gemälde veräußern, um damit Erbersatzsteuer zu bezahlen. Schließlich gab Heinrich Donatus Prinz von Hessen im Juli 2003 bekannt, das Gemälde werde dauerhaft als Leihgabe an das Städelmuseum in Frankfurt gegeben, weil dieses sich immer mehr zur „hessischen Staatsgalerie“ entwickle. Daraufhin kam es zum Streit zwischen den politischen und kulturellen Institutionen in Darmstadt und Frankfurt am Main, die jeweils das Gemälde auf Dauer in ihrer Stadt halten wollten. Im September 2003 konnte der Streit beigelegt werden. Die Hessische Hausstiftung erklärte, „dass die Madonna nach der Ausstellung im Städel, Frankfurt, in die Stadt Darmstadt zurückkehrt. […] Dort soll die Holbein- Madonna nach Abschluss der Renovierung des Landesmuseums ihren Dauerausstellungsplatz finden.“ Das Städel zeigte sodann im Frühjahr 2004 eine Ausstellung mit dem Titel „Der Bürgermeister, sein Maler und seine Familie“, in dessen Mittelpunkt die Madonnendarstellung stand. Erstmals sollte in der Ausstellung auch die Dresdner Kopie neben dem Original gezeigt werden, die dann jedoch aus konservatorischen Gründen nicht ausgeliehen wurde. Nach wie vor befindet sich das Gemälde als Leihgabe im Städel in Frankfurt. Nachdem Versuche der Eigentümer, das Gemälde zu verkaufen, gescheitert sind, hat die Hessische Hausstiftung den Leihvertrag aus dem Jahr 2003 zum Ende des Jahres 2010 gekündigt. Das Gemälde blieb zunächst im Städel, ein Ankauf scheiterte jedoch trotz eines Gebotes von 40 Mio. Euro. Die Hessische Hausstiftung verkaufte das Gemälde im Juli 2011 zu einem ungenannten Preis, der bei rund 50 Mio. Euro liegen soll, an den Unternehmer und Kunstsammler Reinhold Würth. Es wäre damit eines der am teuersten verkauften Gemälde überhaupt. Würth plant, das Gemälde in der Johanniterhalle in Schwäbisch Hall auszustellen. Weitere Links zum Thema: Die bislang hier angeführten Links zu Artikeln in Echo-Online funktionieren leider nicht mehr und wurden deshalb von uns entfernt. Wir bitten um Ihr Verständnis dafür.
Tarnen – tricksen – täuschen Wie den Darmstädtern ihre Madonna “abhanden” kam Pressedokumentation leider nicht mehr verfügbar
Foto: Günther Jockel
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